1839 bis heute: Die Eisenbahnbrücke Nied – drei Bögen, die Frankfurt verbinden
Am Niddaufer in Frankfurt-Nied kreuzt die Bahn die Nidda – und genau dort steht ein echtes Stück Eisenbahngeschichte: die Eisenbahnbrücke Nied, seit 1839 in Betrieb.
Wer am Niddaufer entlangläuft oder radelt, erlebt sie fast „aus dem Nichts“: Die Bahnlinie kommt quer rüber, im rechten Winkel zum Fluss, und spannt sich mit drei Sandsteinbögen über die Nidda – die Eisenbahnbrücke Nied. Sie wirkt still und selbstverständlich. Dabei ist sie ein Bauwerk aus der Frühzeit der Eisenbahn: 1838 gebaut, 1839 in Betrieb – und bis heute rollen Züge darüber.
Und das ist das Spannende: Das hier ist kein Museumsstück, das man „besichtigt“. Es ist ein Arbeitstier im Alltag. Während unten Spaziergänger und Radfahrer am Wasser entlangziehen, läuft oben der Bahnverkehr – S-Bahn sowie Nah-/Fern- und Güterverkehr, je nach Fahrplan und Nutzung der Strecke.
Damals war Bahnfahren neu – ein Ereignis. Heute ist es Routine. Unten am Uferweg merkst du davon erstmal nur das Rollen über dir: kurzer Moment, Zug weg, wieder Ruhe. Zwei Zeitebenen an einem Punkt – und das mitten im Alltag.
Die Brücke ist außerdem Teil der Route der Industriekultur Rhein-Main (Frankfurt am Main) – du stehst also auf einer Kulturroute, ohne dass es sich danach anfühlt.